Wohin kriechst Du SPD? Schmidts peinliche Einladung bei Barbara Hendricks

Wohin kriechst Du SPD – oder zumindest Frau Hendricks? Die Frage stellt sich.

Da geht ein Agrarminister (Christian Schmidt / CSU) her und übergeht – im angeblichen Alleingang – das Votum der mit zuständigen Umweltministerin (Barbara Hendricks / SPD) bei der EU Abstimmung über eine weitere Zulassung des Pestizids Glyphosat für funf Jahre in der EU. Ein Skandal in mehrfacher Hinsicht und zu Recht vielfach kritisiert. Die Vorwürfe gehen von Lobbyismus bis hin zu Korruption.
Minister Schmidt wird zum Ziel eines ordentlichen Shit-Storms und erhält – laut Bild Zeitung – sogar Morddrohungen.
Doch Beistand naht, denn Frau Hendricks lädt Schmidt zum Gespräch bei Kaffe und Kuchen und auch ein wenig Presse ist anwesend. Morddrohungen und Aufrufe zur Gewalt seien Ihr unerträglich, springt Sie ihrem Kollegen bei. Eine Aussprache später scheint die Welt wieder in Ordnung. Minister Schmidt bekommt eine Plattform sich als Opfer darzustellen und verspricht den Einsatz des Giftes in Zukunft „restriktiver zu gestalten“.
Zwar beteuert Hendricks „Unser Dissens ist damit nicht aus der Welt“ – ein wenig Friede, Freude, Eierkuchen ist allerdings nicht ganz von der Hand zu weisen.

Beistand ohne Not – sucht die SPD den Burgfrieden mit der CSU?

Nun sind Drohungen und Aufrufe zur Gewaltanwendung selbstredend keine begrüßenswerte Form der politischen Auseinandersetzung. Sie sind im Gegenteil entschieden abzulehnen!
Allerdings dürfte wohl – gerade in Zeiten von Hatespeach und Sozialen Netzwerken jeder Politiker in der ein oder anderen Weise mit solchen Dingen konfrontiert sein.
Ein – leider – alltäglicher Vorgang. Teil des Geschäfts und gerade die Empörung der Bild wirkt eher komisch wenn man deren sonstiges Gebaren in Betracht zieht. Sind also die Drohungen gegen Schmidt wirklich eine Nachricht oder doch eher ein geschicktes PR Manöver mit Hilfe der Springerpresse?

Was also veranlasst die so gebeutelte Barbara Hendricks ihrem Peiniger bei zu springen? Mütterliche Gutgläubigkeit? Endlose Naivität? Hat das Kindchenschema im pummeligen Gesicht von Christian Schmidt bei Frau Hendricks hormonelle Veränderungen ausgelöst die ihre Urteilskraft beeinträchtigen?
Es gibt doch wahrlich genug andere die berufen sind dem so bedrohten Minister beizustehen. Parteikollegen, Industrieverbände oder auch karitative Organisationen.
Zudem sind Bundesminister ja durchaus von einem zuverlässigen Sicherheitsapparat umgeben – eine reale Bedrohung also eher unwahrscheinlich.

Der Eindruck ist nicht zu leugnen – es riecht nach Burgfrieden. Es wirkt als wolle man die Gräben, die durch diesen Skandal entstanden, möglichst schnell wieder zuschütten.
Vor dem Hintergrund einer möglichen Regierungsbeteiligung der SPD in einer weiteren GroKo würde das ja auch Sinn machen.

Peinlich Frau Hendricks – sehr peinlich ist es, dass Sie gerade dem Menschen der Ihnen – und einem Großteil der deutschen Bevölkerung – derart perfide in den Rücken gefallen ist, auch noch eine Plattform für seine fadenscheinigen Versprechungen geben. Statt weiterhin das skandalöse am Verhalten Schmidts herauszustellen und diesen Vorgang politisch zu nutzen relativieren Sie mit ihrer – vermutlich gut gemeinten, bestenfalls endlos naiven Einladung Schmidts zum Kaffekränzchen mit Presse & Kuchen, einen Skandal der wieder einmal das Vertrauen der Bürger in Politik und Europa beschädigt.

Forderungen nach Amtsenthebung und nationalem Verbot von Glyphosat

Derweil werdenden Forderungen nach einem Rücktritt Schmidts und Forderungen nach einem nationalen deutschlandweiten Verbot von Glyphosat laut.
Es bleibt abzuwarten ob und wenn ja, wie konsequent sich die SPD für beide Forderungen einsetzen wird. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Sowohl Grüne als auch NGOs wie z. B. Campact bringen diese zum Ausdruck.

Unterstützen kann man diese Forderungen z. B. hier:
https://www.campact.de/glyphosat/monsanto-minister/teilnehmen/

Für ein nationales Verbot von Glyphosat:
https://www.foodwatch.org/de/informieren/glyphosat/e-mail-aktion-glyphosat/

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