Verluste in Millionenhöhe
Fragen auf die es im Moment keine Antwort gibt, aber die Verunsicherung bei den Verbrauchern hält an. Der kluge Rat der Fachleute lautet nach wie vor: Salat, Tomaten und Gurken meiden (was ist denn jetzt mit den Sprossen?) und immer ordentlich Hände waschen! Seifenproduzenten wird es freuen. Ein wenig erinnert das an amerikanische Werbespots aus den 50er Jahren wie man sich im Falle eines atomaren Angriffs zu verhalten hat: Duck and cover (auf den Boden werfen und die Aktentasche über den Kopf halten). Das vormals als gesund eingestufte Grünzeug geriet dieser Tage nicht auf Grund von Fakten in Verruf, sondern anhand von Erhebungen in denen die Essgewohnheiten der Betroffenen analysiert wurden. Der größte gemeinsame Nenner definiert den Schuldigen. Aber, wie gesagt, bewiesen ist noch nix.Fest steht nur, dass Gemüseanbauer und -händler im Moment mit großen Umsatzeinbußen zu Kämpfen haben. In Spanien erwägte man schon eine Schadensersatzklage in Millionenhöhe (und witterte warscheinlich ein Revanchefoul Deutschlands für das verlorene WM-Halbfinale). Der Verlust für die spanische Agrawirtschaft wird offiziell auf 200 Millionen Euro wöchentlich beziffert. Auch deutsche Erzeuger klagen zum jetzigen Zeitpunkt über 50 Millionen Euro Umsatzeinbußen (ähnliche Zahlen werden aus den Niederlanden und Dänemark gemeldet) und ein Ende der Misere ist nicht in Sicht. Der Gemüseberg wächst weiter.
Schnelltest, aber Quelle weiter unbekannt
Bis anfang Mai war der HUSEC041-Erreger weltweit erst zwei mal aufgetreten, einmal in Köln und einmal in Korea. Mttlererweile ist die Zahl der Toten in Deutschland auf über zwanzig angestiegen, was im Vergleich zu einer normalen Grippesaison aber immer noch wenig ist. Prof. Dr. Helge Karch von der Uni Münster ist es in der letzten Woche gelungen die Keime auf molekularbiologischer Basis zu untersuchen und einen Schnelltest zur Identifizierung des Erregers zu entwickeln. Grundlage für den Test ist, dass der Keim laut Karch "eine Rarität darstellt", da er eine Kombination aus vier verschiedenen Genen aufweist und der Stamm so zweifelsfrei nachzuweisen ist.Alles andere bleibt erst einmal nebulös. Gemüsehändler bleiben weiter auf ihrer Ware sitzen und Kosten und Verluste der Erzeuger steigen weiter, genau wie die Verunsicherung bei den Verbrauchern. Das Einzige beruhigende ist da, dass ein terroristischer Hintergrund für das Aufkommen des Erregers von offizieller Seite zur Zeit ausgeschlossen wird. Ob die Quelle jedoch jemals identifiziert werden kann steht, nach Expertenmeinung, noch in den Sternen. So wird also weiter geforscht und gerätselt und die jeweiligen Minister und Offiziellen ringen um Erklärungen. Vieleicht wäre ja jetzt einmal der Zeitpunkt gekommen sich generell Gedanken über die Lebensmittelproduktion in Europa zu machen. Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir Ärger mit den Dingen die wir verzehren haben.
WebbR link Tip: www.ehec.org



